Pressespiegel

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Offenburger Tageblatt vom 17.10.2017

Chorgesang in allen Variationen bekamen die Zuhörer am Samstag beim Jahreskonzert des Männerchors Eckartsweier zu hören. Das kleinste Ensemble kam dabei ganz groß raus.
 

Ein abwechslungsreiches Repertoire – das ist das Markenzeichen des Männerchors Eckartsweier. Das zeigte der Chor auch bei seinem Jahreskonzert am Samstag in der Festhalle. 

Von Volksliedern über Spirituals bis zu Songs von BAP und Johnny Cash war alles dabei. Dirigent Alexander Asberger legt dabei Wert auf ein wohltuend kultiviertes Klangbild: Da wurde nie überlaut geschmettert, wie man es bei Männerchören so oft zu hören bekommt, sondern ihm geht es darum, die Feinheiten herauszuarbeiten. Vor allem »Erlaube mir feins Mädchen« von Johannes Brahms und das russische Volkslied von den »Zwölf Räubern«, von denen einer durch die Liebe zu einem entführten Mädchen sein Gewissen entdeckt und schließlich reumütig ins Kloster geht, um Gott und den Menschen zu dienen, sind Paradebeispiele hierfür.

Originelle Interpretationen

Ob man allerdings Wolfgang Niedeckens Reggae-Hit »Av un zo« wirklich mit einer Instrumental-Begleitung vom Band unterlegen muss, ist sicherlich Geschmackssache. Dass es auch fantasievoller geht, bewiesen die Sänger bei Johnny Cashs »Ring of Fire«, dem der Männerchor eine ganz neue, überraschende Seite abgewann. Auch das weltbekannte Spiritual »Swing Low Sweet Chariot«, als klassischer »Call and Response«-Wechselgesang von Solist (Walter Meyer) und Chor arrangiert, gehörte zu den Highlights.

Von den beiden Gastchören stach vor allem »Feinkost« hervor. Das kleine, nur vierköpfige Vokal-Ensemble besteht aus Studenten der Uni Koblenz-Landau. Im Universitäts-Chor hatten sie sich kennengelernt und beschlossen, als A-cappella-Ensemble weiterzumachen. Einer von ihnen ist Tenor Johannes Knauer, der aus Eckartsweier stammt und dessen Vater Urban im MCE als Sänger aktiv ist.

 

Betörende Stimmen

Der Name des Chors jedenfalls war Programm: Schon mit den ersten Tönen des betörend schönen »Prayer for the Children« zogen sie die Besucher in ihren Bann. Nur vier Stimmen – da kann sich keiner verstecken, und jeder Ton muss »sitzen«. Die vier jungen Sänger boten denn auch eine hochkonzentrierte, professionelle Vorstellung. Da war jedes Lied ein Genuss – egal ob der »Pilgerchor« aus Wagners »Tannhäuser«, der verschmitzt gesungene Jazz-Standard »Istanbul (Not Constantinople)« oder Billy Joels bezauberndes Liebeslied »And So It Goes«, das in ihrer Bearbeitung geradezu archaischen Volkslied-Charakter annahm. Die Zuhörer waren mucksmäuschenstill – nur um am Schluss umso begeisterter zu applaudieren und Zugaben zu fordern.

Auch die »Hick Ups« machten Spaß. Der gemischte Chor aus Offenburg hatte vor allem Pop-, Funk- und Jazz-Literatur mitgebracht – etwa das niedliche »Mr. Sandman«, nur von den Frauenstimmen gesungen, oder »September« von der Funk-Band Earth, Wind & Fire, dessen komplexes Arrangement sie durchaus kongenial und mit fantasievollen Wechseln der Lead-Stimmen umsetzten. Und den schwungvollen Manhattan-Transfer-Hit »The Boy From New York City« veredelte Lena Amberger mit einer souligen Solo-Stimme.

 

Am Schluss des gelungenen Abends wurden die Besucher bewirtet – und bekamen dazu noch den einen oder anderen Spontan-Auftritt der Eckartsweierer Sänger serviert.

Autor:

Michael Müller